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Kraft aus Veränderung schöpfen: Georges Weg mit der Dialyse

George Calverley findet durch die Kraft mitfühlender Pflege zu neuer Stärke und neuem Lebenssinn

Im Alter von 77 Jahren spricht George Calverley mit gelassener Klarheit über sein Leben – einer Klarheit, die nicht allein durch die Anzahl von Lebensjahren geprägt ist, sondern vor allem durch seine Erfahrungen. Denn sein Weg mit einer Nierenerkrankung war lang, die Krankheit entwickelte sich schrittweise über Jahrzehnte hinweg, und sie lehrte ihn viel über Widerstands- und Anpassungsfähigkeit sowie über die Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen.

Georges Krankheitsgeschichte begann in seinen Dreißigern, als Ärzte erstmals feststellen, dass er über die Nieren Eiweiß verlor. Damals drang die Diagnose jedoch nicht wirklich zu ihm durch. „Ich habe nicht richtig verstanden, wie ernst es war“, erinnert er sich. Wie für viele Menschen im Frühstadium einer chronischen Nierenerkrankung fühlte sich das Fortschreiten der Krankheit noch fern, beherrschbar, ja fast abstrakt an.

 

Sich mit der Veränderung abfinden

Es war erst, als George über 60 Jahre alt war, dass ihm die Schwere seiner Erkrankung bewusst wurde. Trotz Veränderungen bei Medikation und Ernährung verschlechterte sich seine Nierenfunktion weiter, so dass schließlich die Dialyse zum nächsten Behandlungsschritt wurde. Doch dieser Übergang erforderte sowohl physische als auch psychische Anpassungen.

Die Diagnose „Dialyse“ kam unerwartet. Da es in seiner Familie keine Vorgeschichte gab und er selbst nur wenig über Dialyse wusste, brauchte George Zeit, um zu verarbeiten, was das für sein Leben bedeuten würde. „Man glaubt nicht, dass es einem selbst passieren wird“, sagt er. „Und dann ist es plötzlich Realität.“

Rückblickend weiß er, dass die Veränderung zu akzeptieren und zu verarbeiten, Teil des Prozesses war und dass sein Widerstand gegen die Diagnose, eine verständliche Reaktion auf eine lebensverändernde Situation war.

Glücklicherweise hatte sich George bereits zwei Jahre, bevor er dialysepflichtig wurde, einer Operation unterzogen, bei der ihm eine Dialysefistel als Zugang gelegt wurde, was ihm wertvolle Vorbereitungszeit verschafft hatte. Dennoch hatte sich sein Gesundheitszustand bis zu dem Zeitpunkt, als die Dialyse notwendig wurde, erheblich verschlechtert. Starke Wassereinlagerungen hatten die Atmung beeinträchtigt und ihn geschwächt. „Ich war so kurzatmig geworden, dass ich nicht mehr laufen und eigentlich gar nichts mehr tun konnte“, erinnert er sich.

Was die Situation erschwerte, war die Diskrepanz zwischen seinem inneren Erleben und dem äußeren Erscheinungsbild. „Ich sah nicht krank aus“, erklärt George, „aber ich wusste, dass etwas nicht stimmte.“ Dieses Bewusstsein gepaart mit der Notwendigkeit, sich an einen neuen Alltag gewöhnen zu müssen, gehörten zu den größten Herausforderungen auf seinem Weg.

 

Halt finden in der Versorgung

Der Wendepunkt kam, als George in seiner neuen Versorgungssituation Tritt fassen konnte.

Nach einem von Stress geprägten Krankenhausaufenthalt begann er die Behandlung in der Midland Dialysis Clinic in Perth, Westaustralien. Der Unterschied war für ihn sofort spürbar – nicht nur, was die medizinische Versorgung betraf, sondern auch im Hinblick auf das Umfeld.

„Das Team hier … sie sind wie Familie für mich“, sagt George. „Sie sind herzlich und mitfühlend. Das ist ein entscheidender Unterschied.“

Für George hat dieses Gefühl der Verbundenheit und Unterstützung sein Erleben grundlegend verändert. Die Dialyse wurde Teil einer strukturierten Routine, unterstützt von einem Team, dem er vertraute. Das unterstreicht eine wichtige Erkenntnis: Während die Behandlung selbst klinischer Natur ist, ist die Patientenerfahrung zutiefst persönlich.

Die Dialyse brachte für George Veränderungen des Lebensstils mit sich, so muss er Flüssigkeitsaufnahme und der Ernährung kontrollieren. Mit der Zeit hat er sich jedoch an diese Veränderungen gewöhnt und konzentriert sich jetzt darauf, was weiterhin möglich ist – nicht auf das, was sich geändert hat.

Mit der Zeit kehrte auch seine Kraft allmählich zurück. Nun nimmt er nach und nach die Teile seines Lebens wieder auf, die ihm wichtig sind – darunter auch das Reisen. Vor kurzem unternahm George eine viertägige Reise nach Bali und koordinierte dabei eine Dialysesitzung im Ausland.

Das zeigt, dass die Dialyse zwar das Leben verändert, nicht aber das Leben bestimmen muss.

 

Mit Hoffnung in die Zukunft blicken

George blickt auch mit innerer Entschlossenheit in die Zukunft. Er hofft, wieder Golf spielen zu können – eine Aktivität, die ihm einst Freude bereitete und die er gerne wieder aufnehmen möchte, sobald sich sein Gesundheitszustand verbessert.

Auf die Frage, welchen Rat er anderen geben würde, die mit einer ähnlichen Diagnose konfrontiert sind, ist seine Botschaft klar und erfahrungsbasiert.

„Es ist eine große Veränderung, aber sie bedeutet nicht, dass dein Leben aufhört“, sagt er. „Mit der richtigen Einstellung und der richtigen Unterstützung geht es weiter. Man kann sein Leben immer noch leben.“

Georges Geschichte handelt von mehr als nur dem Umgang mit einer chronischen Erkrankung. Sie zeigt, was es bedeutet, sich an Veränderungen anzupassen, Kraft in der Gemeinschaft zu finden und für sich selbst neu zu definieren, was es heißt, nach den eigenen Vorstellungen gut zu leben.

Sehen Sie jetzt im Video Georges ganze Geschichte:

Publikationsdatum: Juni 2026

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